Nachbetrachtung: Vertelln ut oll Tieden

Nächster Vertell-Abend im Hayungshof am 01.03.2016 um 19:30 Uhr.
Mit Axel Heinze und einem Film über „Dunum in vergangenen Zeiten“

Am Sonntag, den 06. März 2016
um 10:30 Uhr
Treffen beim Hayungshof zum Struckbessen smieten
mit anschließendem Essen im Hayungshof.
Anmeldung unter 04971/2818 oder 04971/2424.

Eibo Eiben konnte die überaus zahlreich erschienenen Gästen begrüßen. Da es Lichtmess war, wurden zunächst für diesen Tag bedeutsame Aussagen wie: „Na Lechtmess troot voss ´t Is nich mehr.“ „Na Lechtmess kakeln de Höhner un blarr´n de Kalver“ „Lechtmess lecht, is Buur n´ Knecht, Lechtmess dunkel is Buur n´ Junker“ „Lechtmess heller und klar, gifft n´ good Imm´n un Flass / Rogg jahr.“ „Lechtmess in Schnee –Palmsönndag im Klee.“ „Wenn de Leferke vör Lechtmess singt mutt se no so Lechtmess piepen.“ Lechtmess mut half Winterfutter d´t noch wen“ beleuchtet.

Hermann Ammen „vertellt“ ut oll Tieden…

Das Hermann Ammen „mui vertell´n kann, weiß man aus vielen Begegnungen mit ihm. So war es auch jetzt anlässlich des letzten „Vertell“ Abends im Hayungshof. Während Hermann Ammen im letzten Jahr von der Zeit „as Knecht bit Bur“ und wie er auf „Brautschau“ ging, erzählte, beleuchtete er nun seine Zeit in Westfalen, bei der Kleinbahn und als Straßenwärter. Auf seine eigens humorvolle Art erzählte Ammen von der harten Zeit der fünfziger Jahre. Zunächst zog es ihn des Geld verdienen weg von Warnsaht nach Westfalen. Hier konnte man richtig Geld verdienen. Statt hier 200 DM nun dort 1000 DM. Ein Motorrad, später ein Go Go konnte man sich leisten un ….. ok een „Brut“ – seine Frau fürs Leben hatte er kennen gelernt. Den Arbeitskollegen in Westfalen beigebracht, wie man „Kaninchensuppe“ zubereitet. Mittlerweil hatte es Ammen wieder in die Heimat verschlagen. In Dunum wurde Quartier bezogen und eine Anstellung bei der Kleinbahn gefunden. Wenn auch zunächst der Verdienst geringer war, ging es mit Frau und Kindern pö a pö Berg auf. Viele Anekdoten, interessante – mal zum Lachen, dann aber auch wieder zum Nachdenken wusste Hermann Ammen zu erzählen. Die „Kurioseste“ wohl, als er als Streckenläufer das Gleis zwischen Leer und Bensersiel überprüfen musste und beim Überqueren des Ems-Jade Kanals plötzlich panische Angst bekam und letztendlich auf Händen und Füßen ans andere Ende kam. Nicht minder amüsant die Erlebnisse mit Renko Ludwigs, Jan „Höhnerfeer“ (Ölrichs) oder Hermann Julius. Hermann Ammen wusste auch noch zu berichten, dass Bewohner in der Nähe des Schützenplatzes Gemüse zwischen den Bahnschwelgen angebaut haben. Von größerer Bedeutung war für ihn auch eine Kleinbahnfahrt als Kind mit seiner Oma von Wittmund bis Middels. Als 1969 die Kleinbahn aufgelöst wurde, war er nicht mehr für das Schienennetz in Ostfriesland wohl aber für das Straßennetz im Landkreis Wittmund zuständig. Er war nun beim Straßenbauamt tätig. Auch aus dieser Zeit wusste Hermann erstaunlich viel Wissenswertes mit viel Witz und Humor zu erzählen. Das mit Sprichwörtern wie … „Stratenkraberschwert is good gegen Krebs.“ „As Schohwark sünd Sandoolen för Straatenkrabers nich good, kunn woll Gras dörwassen.“ Oder dass man sie als „Sünntieken“ oder „Arbeiterdenkmal“ bezeichnete über den als „Straßenwärter seiner Zeit“ lästerte war Hermann Ammen wohl bekannt und er nahm es mit Humor. 1 ½ Stunden „Non-Stop Vertelln – dafür bekam Ammen mit 80 Jahren viel Anerkennung und Beifall.