Nachbetrachtung: Vertelln ut oll Tieden

Vertellabend.2015Wohl bedingt durch den Wintereinbruch und Straßenglätte war die „Vertell-Runde“ zum Beginn des neuen Jahres nicht ganz so groß wie an den anderen Abenden dieses Winterhalbjahres, dafür aber umso viel intensiver.

Passend zum Thema „Sitten und Bräuche um Silvester und Neujahr“ gab es zum Tee diesmal statt Krintstut Neujahrskuchen.

Nächster „Vertell n ut oll Tieden“ Abend ist am 02.02.2016 um 19:30 Uhr

Bis zum heutigen Tag ist in Dunum in vielen Nachbarschaften der Brauch lebendig geblieben, dass man sich „to Neejohr gratueert“. Während in einer Nachbarschaft dieser Brauchtum schon weit über fünfzig Jahre gepflegt wird, ist er in anderen Nachbarschaften fast ganz zum Erliegen gekommen. Bedingt wohl auch durch Altersstruktur und Neubürger.

Mit dem Hinweis – „t´is ja man een mal Neejahr“ (auch bei Anlässen, wie Schützenfest und ähnlichen üblich) prostet man sich zu und all zu oft hat man am anderen Tag mit einem „schweren Kopf oder verdorbenen Magen“ zu kämpfen. Das man als Kind auf der Nachbarschaft und im Dorf losgezogen ist, um „Neejahr afwinnen“ war Allen in der Runde noch in guter Erinnerung. Ebenso wusste fast jeder noch zu erzählen, wie man früher Mistkarren, Mistplanken, Anhänger, Stekken und Tore im Dorf weggeschleppt hat. Das man in den Glockenturm geklettert ist und das neue Jahr eingeläutet hat, war gute Sitte. Nicht unerwähnt blieben die unvergeslichen Silvesterbälle bei Fritz de Buhr in Burhafe bzw. Gossel in Ogenbargen.

Auch Spirchwörter wie: „Üm Neejahr hebbt de Daag n Hahntree wunn“ „Januar wör väl Regen bringt das Land kein Seegen“

Ein kurzweiliger Abend ging viel zu schnell vorbei und wurde mit einem Vers von M. Portius: „Klocken klingt dört wiede Land – Dat nee Jahr steiht för uns paraat un bringt mit sein apen Hand för all uns tokaam´n Doon de Saat. Freud un Hopen, goden Moot möögt sück blied uns togeselln; wenn de bi uns wahnen doot, denn könnt wi dat Feld bestell´n“ durch Eibo Eiben beendet.